Goldbarren oder Goldmünzen – Vor- und Nachteile

Anleger können über Goldbarren oder Goldmünzen in das gelbe Edelmetall investieren. Grundsätzlich eigenen sich sowohl Barren als auch Münzen für Privatanleger, wenn einige Grundsätze beachtet werden.

Anlagen in Barren oder Münzen mit kleinen Gewichtseinheiten unter 10 Gramm gelten als unwirtschaftlich, weil die Spreads weit sind und dadurch schon beim Kauf Verluste von 10 bis 15 Prozent entstehen.

Im Hinblick auf steuerliche Gesichtspunkte gibt es zwischen Münzen und Barren keinen Unterschied, solange es es sich um Anlagegold handelt. Es fällt keine Mehrwertsteuer an und Veräußerungsgewinne sind nach Ablauf von zwölf Monaten steuerfrei.

Was ist Anlagegold?

Die EU-Richtlinie 98/80/EG regelt, was im Hinblick auf die Erhebung von Mehrwertsteuer unter Anlagegold zu verstehen ist.

1. „Gold in Barren- oder Plättchenform mit einem von den Goldmärkten akzeptierten Gewicht und einem Feingehalt von mindestens 995 Tausendstel, unabhängig davon, ob es durch Wertpapiere verbrieft ist oder nicht (Barren oder Plättchen mit einem Gewicht von höchstens 1 g können die Mitgliedstaaten von der Regelung ausnehmen);“

2. „Goldmünzen, die einen Feingehalt von mindestens 900 Tausendstel aufweisen, die nach dem Jahr 1800 geprägt wurden, die in ihrem Ursprungsland gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren und die üblicherweise zu einem Preis verkauft werden, der den Offenmarktwert ihres Goldgehalts um nicht mehr als 80 % übersteigt. Jedes Jahr teilen die Mitgliedstaaten mit, welche Münzen, die diesen Kriterien entsprechen, innerhalb ihres Gebiets vermarktet werden. Diese Listen werden im Amtblatt veröffentlicht.“

Je unspezifischer, desto besser

Gold, das nicht unter diese Definition fällt, eignet sich für Privatanleger ohnehin nicht. Ausgenommen sind insbesondere Stücke mit Seltenheitswert (Sammlerstücke) und Gegenstände, die nicht ausschließlich aus Gold bestehen (zum Beispiel Schmuck). Anleger sollten nur Barren mit einer Feinheit von 999/1000 erwerben. Zudem sollten die Barren von einem der renommierten Hersteller stammen. Umicore, Heraeus, Perth Mint und andere große Barren-Hersteller verfügen über ein Zertifikat von der LBMA (London Bullion Market Association).

Als Goldmünzen eignen sich Münzen, für die mindestens einmal täglich Kurse festgestellt werden und die so bekannt sind, dass sie sich nicht nur in Nischenmärkten verkaufen lassen. Beispiele dafür sind der südafrikanische Krügerrand, der American Eagle oder der Maple Leaf (Kanada).

Ein Investment in Gold sollte sich auf den Wert und den Charakter des Goldes konzentrieren und andere Einflüsse, wie den Sammler- und Seltenheitswert, außen vor lassen. Je größer der Anteil von Preisbestandteilen außerhalb des puren Goldwertes ist, desto stärker verwässert dies die Anlage. Die bekannten Goldmünzen lauten auf einen Nennbetrag (in der jeweiligen Landeswährung). Sofern der Goldpreis nicht dramatisch sinkt, ist das aber kein Vorteil. Der Nennbetrag macht nur einen geringen Bruchteil des Materialwertes aus.

Vorsicht vor Schnäppchen

Die Popularität des Goldes hat zu neuen Angeboten speziell für Privatanleger geführt. Nicht alle sind ein Gewinn. 1-Gramm-Barren- und Plättchen etwa gelten als unverhältnismäßig teuer und illiquide. Vor allem in TV-Verkaufssendungen werden Goldprodukte mit geringem Investmentwert zu überhöhten Preisen angeboten. Das ist bei Produkten der Fall, die nur zum Teil aus Gold bestehen oder die keine echte Marktrelevanz und Akzeptanz besitzen (z. B. Eigens geprägte Münzen unbekannter Anbieter). Mit solchen Angeboten können Anleger in der Regel nichts gewinnen.